Studie zur Frauen- und Mädchenarbeit im Landkreis Sächsische Schweiz |
| Dieses Projekt wurde gefördert durch die Sächsische Staatsministerin für Soziales, Leitstelle für Gleichstellung von Frau und Mann, die Gleichstellungsstelle des Landkreises Sächsische Schweiz, das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (REGIONEN AKTIV) und der Ostsächsischen Sparkasse Dresden. |
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| Die Studie kann hier (pdf-Datei, Größe 1 MB) heruntergeladen werden |
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| Es gibt eine verstärkte Abwanderung von jungen Frauen aus dem Landkreis. Die Ursachen sind unter Anderem in mangelnden Ausbildungs- und Berufschancen zu suchen. In den Städten und Gemeinden sind es die Gleichstellungsbeauftragten und die Projektträger, die mit verschiedenen Angeboten die Situation der Frauen und Mädchen in Bezug auf Chancengleichheit verbessern können. Die Studie untersucht für diese Gruppen Arbeitsbedingungen, Motivation, finanzielle Rahmenbedingungen und Anerkennung der geleisteten Arbeit. Sie zeigt Ansatzpunkte zu Verbesserungen. |
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| Ergebnisse zur Arbeit der Gleichstellungsbeauftragten |
| Im Landkreis arbeiteten die Gleichstellungsbeauftragten des Landratsamtes und der Stadt Pirna hauptamtlich, in den anderen Kommunen wird dieses Amt im Ehrenamt ausgeübt. In allen Kommunen mit eigener Verwaltung ist diese Funktion der Gleichstellungsbeauftragten besetzt. |
| Die Gleichstellungsbeauftragten haben in der Regel eine beratende Funktion bei gleichstellungsrelevanten Entscheidungen des Kommunalparlaments. Ob und inwieweit sie diese wahrnehmen, hängt, wie die Studie zeigt, unter anderem davon ab, in welcher Funktion sie hauptamtlich bei der Kommunalverwaltung angestellt sind und welchen Zugang sie zu gleichstellungsrelevanten Informationen haben. 42 % der befragten Gleichstellungsbeauftragten haben keinen eigenen Zugang zu den relevanten Informationen oder fühlen sich zu spät bzw. nicht informiert. Die Studie zeigt eine Reihe von Einflußparametern auf eine erfolgreiche Arbeit der Gleichstellungsbeauftragten auf. Nur ein Parameter, nämlich die allgemeine Bewertung der Gleichstellungsarbeit in der Gesellschaft, kann nicht unmittelbar beeinflußt werden. Andere, wie die Art der Einsetzung in die Funktion, die Anerkennung der Arbeit in der Kommune und ihrer Verwaltung, die Gestaltung der zeitlichen und finanziellen Rahmenbedingungen, die moralische und fachliche Unterstützung, die persönliche Motivation und die Forderung und Förderung der Frauen in dieser Funktion kann vor Ort unmittelbar beeinflußt werden. Das heißt, die Kommune selbst bestimmt weitestgehend über die Qualität der Arbeit der Gleichstellungsbeauftragten. Dabei gibt es durchaus ungenutzte Reserven. 50 % der Gleichstellungsbeauftragten üben die Funktion gern aus, weitere 25 % würden sich gern mehr engagieren. |
| Von den Teilnehmerinnen der Studie wurden vielschichtige Anforderungen an die Funktion der Gleichstellungsbeauftragten formuliert. Sie sollen Informationsschnittstelle sein, zu verschiedenen Problemen beraten bzw. geeignete AnsprechpartnerInnnen vermitteln, die Projektträger bei der Finanzierung und Abwicklung von Projekten unterstützen, sollen Kontakte herstellen und schwierige Gespräche mit Ämtern und Behörden moderieren. Sie sollen sich zu Entscheidungen der Kommunalparlamente positionieren und politisch in der Öffentlichkeit wirksam werden. |
| Die ehrenamtlichen Gleichstellungsbeauftragten erhalten ihre fachliche Unterstützung von der hauptamtlichen Gleichstellungsbeauftragten des Landratsamtes. |
| Die Studie zeigt auch, daß eine umfassende Weiterbildung der ehrenamtlichen Gleichstellungsbeauftragten zu den Grundlagen ihrer Tätigkeit notwendig ist, um den inhaltlichen Anforderungen der Funktion gerecht zu werden. |
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| Ergebnisse zur Arbeit der Träger von Frauen- und Mädchenarbeit |
| Im Landkreis gibt es 30 Projekte und Institutionen, deren Zielgruppe Frauen und Mädchen sind. 67% der untersuchten Projekte befinden sich in gemeinnütziger Trägerschaft. Die Angebote sind breit gefächert und reichen von Bildung, Beratung, Selbsthilfe, allgemeiner Lebenshilfe und politischem Engagement über Soziokultur bis zu Freizeitgestaltung, um nur einige zu nennen. Die finanzielle Situation gestaltet sich für die Projekte zunehmend schwierig. Die Streichung von Geldern schlägt sich nieder in der Reduzierung der Angebote und der Öffentlichkeitsarbeit, der Erhöhung von TeilnehmerInnenbeiträgen, der Verlagerung von Tätigkeiten ins Ehrenamt und der Absenkung der Qualitätsstandards. |
| Die Projekte sind auch Arbeitgeber. In 14 Projekten sind 91 MitarbeiterInnen beschäftigt. Zusätzlich finden ca. 33 Honorarkräfte hier ihr Arbeitsfeld. Weitere 173 ehrenamtlich Engagierte unterstützen die organisatorische und inhaltliche Arbeit. |
| Untersucht wurde die Qualität der Arbeit der Projekte, was sich in der Inanspruchnahme der Angebote, den Organisationsstrukturen, der Finanzplanung und in Art und Umfang der Öffentlichkeitsarbeit zeigt. |
| Die Projekte sind bisher untereinander kaum vernetzt. |
| Die Untersuchungen haben gezeigt, das die Träger von Frauen- und Mädchenarbeit im Landkreis ein Leistungspotential sind, auf das die Kommunen zurückgreifen können. |
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| So kann eine verstärkte Intensivierung auf dem Gebiet Fort-, Aus- und Weiterbildung unter Beachtung der Entwicklung von allgemeinbildenden Themen aber auch der Entwicklung von speziellen oder Nischenbildungsangeboten die Attraktivität des Bildungsstandortes Sächsische Schweiz für Frauen und Mädchen befördern. Dabei geht es um Bildung im beruflichen Sinne, aber auch um Bildung auf privatem Gebiet zur Entwicklung und Stärkung der individuellen Persönlichkeit. |
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| Angebote der Lebenshilfe werden auf Grund gesellschaftlicher Entwicklungen wie erhöhter Arbeitslosigkeit verstärkt nachgefragt. Angebote wie das des Demokratischen Frauenbundes im Frauenzentrum Pirna (Kleiderkammer) werden im Landkreis von immer mehr Menschen in Anspruch genommen. Die Träger der Frauen- und Mädchenarbeit im Landkreis machen derartige Angebote. Die Umsetzung des Prinzips: &qout;Niemand darf verloren gehen&qout; kann über die Intensivierung der Angebote von sozialen Projektträgern befördert werden. |
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| In Zeiten steigender Arbeitslosigkeit erhöht sich auch die Zahl der Menschen, die sinnstiftende Lebensinhalte vermissen. Beruflich werden sie nicht gefordert, oftmals sind auch die familiären Beanspruchungen nicht ausreichend für ein erfülltes Leben. Sich mit seinen Erfahrungen und individuellen Fähigkeiten einzubringen kann Zufriedenheit und Verwirklichung herbeiführen. Bürgerschaftliches und soziales Engagement bieten eine Alternative und bringen darüber hinaus gesellschaftliche Anerkennung. Dies kann mittels der Arbeit und dem Engagement bei Projektträgern geschehen. Eine soziale Bindung an die Region (&qout;Ich werde hier gebraucht.") kann darüber ebenfalls erreicht werden und einer Abwanderung entgegenwirken. |
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| Das Umdenken von Frauen hinsichtlich ihrer beruflichen Entwicklung als Alternative zu nicht vorhandener Festanstellung sollte gefördert werden. Es gibt in der Region Projektträger, die diese Zielstellung verfolgen und die eigenen Potentiale der Frauen durch Coaching- und Mentoring-Programme für Berufsanfängerinnen, Wiedereinsteigerinnen und Existenzgründerinnen aktivieren. Selbständigkeit oder Nebenberuflichkeit sind gute Alternativen im Erwerbsleben für Frauen, die daneben eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Familie bieten können. Projekt- und Bildungsträger können Impulse für die Schaffung neuer Räume zur unternehmerischen, wirtschaftlichen Betätigung geben und neue Fördermöglichkeiten und alternative Wege der Existenzsicherung aufzeigen. |
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| Empfehlungen an die Kommunen |
| Die Studie zeigt, wie die Arbeit der Gleichstellungsbeauftragten und der Projekte durch Bürgermeister und Kommunen unterstützt werden kann. |
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| Die Gleichstellungsbeauftragten brauchen die formalen und tatsächlichen Möglichkeiten zur Informationsgewinnung. Ein regelmäßiger Kontakt zum Gemeinde-/Stadtrat und zum Bürgermeister ist notwendig. Hilfreich sind konkrete Zeitvorgaben zur Ausübung der Funktion. Förderlich wären die Untersetzung und Formulierung von Aufgaben, Zielen und Detailaufgaben unter den speziellen Gegebenheiten der jeweiligen Kommune. Notwendig ist eine Anerkennung der Tätigkeit, moralische Unterstützung und Motivation. Die Kommune sollte ihre Gestaltungsmöglichkeiten bei der personellen Besetzung nutzen. Die hauptamtliche Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises könnte hier beratend zur Seite stehen, sowohl für die Kommune als auch für die Frau. |
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| Die Arbeit der Projekte kann gestärkt werden durch die Nutzung und Vermittlung der konkreten Leistungen der Projektträger, durch Unterstützung und Anleitung bei der Entwicklung selbsttragender Einzelprojekte, durch materielle Unterstützung für die Träger von Frauen- und Mädchenarbeit: Zugangsvoraussetzung für eine Förderung auf Bundes- oder Landesebene ist in den meisten Fällen eine Mitfinanzierung durch die Kommune. Dabei geht es nicht um die Bezuschussung mit vielen Tausend Euro, sondern um die faktische Anerkennung und Beurteilung der Arbeit des Trägers durch die Kommune. |
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| Die Projekte sollten unterstützt werden bei verstärkten Eigenerwirtschaftung. Wege wären z. Bsp. die Vermittlung von Kontakten und konkreten Ansprechpartnern in die Wirtschaft, um geeignete Sponsoren zu finden, die Initiierung von Gemeinschaftsprojekten zwischen Wirtschaft und Vereinen. Informationsweitergabe zu Fürderprogrammen und Unterstützung bei der Beantragung und immaterielle Unterstützung durch günstige oder mietfreie Nutzung von kommunalen Objekten oder kostengünstige Nutzung kommunaler Infrastruktur helfen den Projektträgern. |
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| Fertigstellung der Studie: Dezember 2005 |
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| Die Studie kann hier (pdf-Datei, Größe 1 MB) heruntergeladen werden |
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