Studie zur Frauen- und Mädchenarbeit im LEADER+ Gebiet Osterzgebirge |
| Dieses Projekt wird gefördert durch die Europäische Union und den Freistaat Sachsen. |
| Mit Erstellung der Studie verfolgte Ziele: |
| Bestandsaufnahme der Frauen- und Mädchenarbeit im LEADER+-Gebiet Osterzgebirge |
| - | Teilstudie "Arbeit von ehrenamtlichen Gleichstellungsbeauftragten" |
| - | Teilstudie "Arbeit der Träger von Frauen- und Mädchenarbeit" |
| Die Studie versteht sich nicht als ein Ergebnis sondern als ein Ausgangspunkt für die Erarbeitung von Vorschlägen und die Umsetzung notwendiger Veränderungen. |
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| Ergebnisse der Studie im Allgemeinen |
| Die Studie zeigt unter anderem, dass es eine verstärkte Abwanderung von jungen Frauen aus beiden Landkreisen gibt. Die Ursachen sind in mangelnden Ausbildungs- und Berufschancen zu suchen. In den Landkreisen und Gemeinden sind es die Gleichstellungsbeauftragten und die Projektträger, die mit verschiedenen Angeboten die Situation der Frauen und Mädchen in Bezug auf Chancengleichheit verbessern können. Die Studie untersucht für diese Gruppen Arbeitsbedingungen, Motivation, finanzielle Rahmenbedingungen und Anerkennung der geleisteten Arbeit. Sie zeigt Ansatzpunkte zu Verbesserungen. |
| Bereitstellung von Datenmaterial für weiterführende Projekte (z.B. gezielte Initiierung von Projekten in Regionen ohne Angebote, Frauen-Landkreiskarte, Initiierung von Gemeinschaftsprojekten, Entwicklung von speziellen Weiterbildungsangeboten, Aufbau einer Internet-Informationsplattform inkl. eines Pools von speziellen Kenntnissen und Ressourcen für den gegenseitigen Austausch). |
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| Studienergebnisse "Arbeit von ehrenamtlichen Gleichstellungsbeauftragten" |
| Die Gleichstellungsbeauftragten haben in der Regel eine beratende Funktion bei Entscheidungen des Kommunalparlaments. Ob und inwieweit sie diese wahrnehmen, hängt unter anderem davon ab, in welcher Funktion sie im Hauptamt tätig sind und welchen Zugang sie zu relevanten Informationen haben. 65% der befragten Gleichstellungsbeauftragten haben keinen eigenen Zugang zu den relevanten Informationen und fühlen sich zu spät oder nicht informiert. Im Landkreis Freiberg ist die Funktion in 12 Gemeinden nicht besetzt. |
| Die Anforderungen an die Gleichstellungs-beauftragten sind vielschichtig. Sie sollen informieren, zu Fördermöglichkeiten und Problemen beraten bzw. geeignete AnsprechpartnerInnnen nennen, die Projektträger bei der Finanzierung und Abwicklung von Projekten unterstützen. Sie sollen Kontakte vermitteln und schwierige Gespräche mit Ämtern und Behörden moderieren. Sie sollen sich zu Entscheidungen der Kommunalparlamente positionieren, Informationen, die ihnen durch die Treffen bei den hauptamtlichen Gleichstellungsbeauftragten zugänglich sind, in die Gemeinden transportieren und dort öffentlich machen. Es wird von ihnen Öffentlichkeitsarbeit für die eigene Funktion erwartet. |
| Es wurde ein kausaler Zusammenhang zwischen Motivation der jeweiligen Frau bei der Einsetzung in die Funktion der Gleichstellungsbeauftragen und ihrem ausgeübten Einfluss im Rahmen von Gemeinde- bzw. Stadtratssitzungen ermittelt |
| Es gibt einen kausalen Zusammenhang zwischen hierarchischer Stellung der Gleichstellungsbeauftragten in der Kommunalverwaltung und ihrem ausgeübten Einfluss im Rahmen von Gemeinde- bzw. Stadtratssitzungen. |
| Es gibt keinen Zusammenhang zwischen dem Grad des Bildungsabschlusses der Gleichstellungsbeauftragten und der ausgeübten Entscheidungsbeteiligung. |
| Entscheidungsparameter für erfolgreiche Gleichstellungsarbeit: |
| - | Gesamtgesellschaftliche Einschätzung der Gleichstellungsfunktion |
| - | Beurteilung der Gleichstellungsfunktion in der Kommune |
| - | Einsetzungspraxis in die Funktion |
| - | Einbindung der Gleichstellungsbeauftragten in die Kommunalverwaltung |
| - | Hierarchische Stellung der Gleichstellungsbeauftragten in der Kommunalverwaltung |
| - | Persönliche Motivation |
| - | Persönliche Eignung |
| - | Moralische und fachliche Unterstützung |
| - | Forderung und Förderung in der Funktion |
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| Studienergebnisse "Arbeit von ehrenamtlichen Gleichstellungsbeauftragten" |
| Die Anzahl der Projekte, die im ländlichen Raum Angebote für Frauen und Mädchen machen, ist im Verhältnis zu den Projekten in städtischen Gebieten eher gering. Deren Situation ist zunehmend schwierig. Die Streichung von Geldern schlägt sich nieder in der Reduzierung der Angebote und der Öffentlichkeitsarbeit, der Verlagerung von Tätigkeiten ins Ehrenamt und der Erhöhung von Teilnahmebeiträgen. Die Inanspruchnahme der Angebote, die Organisationsstrukturen, die Finanzplanung und Art und Umfang der Öffentlichkeitsarbeit sind sehr unterschiedlich. Die Projekte sind untereinander kaum vernetzt. |
| Die Qualität der Arbeit der Projekte ist sehr unterschiedlich, was sich in der Öffentlichkeitsarbeit, der Finanzplanung, den Organisationsstrukturen und der Inanspruchnahme der Angebote zeigt. 50 % der Projekte haben Strukturen und Methoden zur Qualitätsentwicklung. Bewertung der Effizienz der eigenen Arbeitsstrukturen mit "2,7". 25 % der Projekte haben keine Plattform für Qualitätsentwicklung oder die Verständigung über Qualitätsarbeit im Projekt. 70 % der Träger bilden ihre EntscheidungsträgerInnen und aktiven MitstreiterInnen regelmäßig weiter. |
| Von den Projekten, Initiativen und Vereinen wird eine Verstärkung der Öffentlichkeitsarbeit, ein bedarfsgerechtes Angebot, eine stärkere frauenpolitische Orientierung und die Förderung von Eigenverantwortung und Eigeninitiative der Frauen erwartet. Um den schwierigen finanziellen Rahmenbedingungen Rechnung zu tragen, müssen Eigenerwirtschaftung und stärkere Vernetzung mit anderen Projekten besonderes Augenmerk erhalten. |
| Entwicklungspotentiale, Schwachstellen bei den Trägern von Frauen- und Mädchenarbeit: |
| - | verstärktes Augenmerk muss in Zukunft auf Eigenerwirtschaftung gelegt werden, um den schwierigen finanziellen Rahmenbedingungen Rechnung zu tragen Verstärkung der Öffentlichkeitsarbeit |
| - | bedarfsgerechte Angebote |
| - | stärkere frauenpolitische Orientierung |
| - | Förderung von Eigenverantwortung und Eigeninitiative der Frauen |
| - | stärkere Vernetzung mit anderen Projekten |
| - | Zusammenarbeit mit Gleichstellungsbeauftragten |
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| Eine mögliche Nachnutzung der Daten der Studie kann als Basis dienen für: |
| die Erstellung eines regionalen Projektewegweisers oder eines Frauen- und Mädchenhandbuches mit Vorstellung der einzelnen Angebote, entsprechenden Verantwortlichen und Kontaktdaten |
| die Durchführung weiterer Studien zur Untersuchung der Arbeit ehrenamtlicher Gleichstellungsbeauftragter |
| die Initiierung eines Leistungs-, Kapazitäten und Ideenpools für Vereine / Initiativen und Verbände |
| die regionale und überregionale Zusammenarbeit von Vereinen / Initiativen / Verbänden mit Gleichstellungsbeauftragten |
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| Die Studie wurde mit einem öffentlichen Workshop abgeschlossen. |
| Die Studie kann hier als PDF-Datei (Größe 0,75 MB) heruntergeladen werden. |
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