Frauen und Mädchen
im ländlichen Raum

Dieses Projekt wird gefördert durch das Bundesministerium för Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft.

Die Rollenbilder von Frauen und Mädchen im ländlichen Raum befinden sich in einem stetigen Veränderungsprozeß. Im gesellschaftlichen Miteinander sind im Sinne von Gleichstellung und Chancengleichheit noch Defizite vorhanden, die sich langfristig auswirken werden - eine Aufgabe für die Regionalentwicklung.

Die Ausgangsituation:
Auch in unseren Landkreisen finden sich nur wenige Frauen in Entscheidungsgremien, in Projekten sind sie unterrepräsentiert und eher im Bereich "Soziales" anzutreffen. Es gilt, die bestehenden Muster aufzubrechen, Frauen zu mobilisieren und ihr Know-How und ihre Ressourcen einzusetzen.
n den am Projekt beteiligten Landkreisen Sächsische Schweiz, Weißeritzkreis und Freiberg gibt es eine verstärkte Abwanderung von jungen Frauen. In den Altersgruppen 18-35 leben, bezogen auf 100 junge Männer, nur noch 84 junge Frauen in der Region. Die Ursachen sind in mangelnden Ausbildungs- und Berufschancen zu suchen. Das wird sich langfristig auf die Entwicklung unserer Region auswirken. Es gilt, Frauen auf breiter Basis einzubeziehen, ihnen Chancen und Möglichkeiten auch in ländlichen Regionen zu öffnen.
Hauptanlaufstelle für Frauen, die Beratung und Unterstützung bei verschiedensten Problemen brauchen, sind die hauptamtlichen und ehrenamtlichen Gleichstellungsbeauftragten der Landkreise und Kommunen sowie Projekte und Initiativen verschiedener Träger von Frauen- und Mädchenarbeit. Im Vergleich zum städtischen Raum gibt es in ländlicher Region viel weniger Träger, die Beratungs-, Bildungs- und Weiterbildungsangebote für Frauen und Mädchen machen. Die vorhandenen Akteurinnen der Frauen- und Mädchenarbeit agieren weitgehend allein und wenig vernetzt. Eine landkreisübergreifende Vernetzung ist gar nicht vorhanden.
Wichtig ist das Engagement der Wirtschaft und der Kommunen. Wir brauchen Ausbildungsplätze für Mädchen. Beruf und Familie sind für Frauen durch wohnortnahe Arbeitsplätze oder flexible Arbeitsplatz- und Arbeitszeitmodelle leichter vereinbar. Berufsanfängerinnen, Wiedereinsteigerinnen und Existenzgründerinnen können durch Coaching- und Mentoring-Programme unterstützt werden.
Bedarfsgerechte Mobilitäts- und Kinderbetreuungsangebote erleichtern Frauen die Organisation ihres Lebens.
Es steht die Forderung der EU, Chancengleichheit herzustellen, gleichen Zugang und gleiche Teilhabe von Frauen und Männern an Rechten und Pflichten in allen Lebensbereichen zu gewührleisten.
Projektinhalt:
Das Projekt konzentriert sich auf verschiedene Arbeitsbereiche:
  • Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die Problematik durch Öffentlichkeitsarbeit in Medien, Kommunen und Gremien
  • bessere Ausnutzung der vorhandenen Möglichkeiten und Strukturen
  • Gründung und Entwicklung eigener leistungsfähiger Netzwerke von Frauen mit dem Ziel der gegenseitigen Förderung
  • intensiver Informationsaustausch auf verschiedenen Plattformen
  • Aktivierung von Eigeninitiative und Eigenverantwortung der Frauen und Mädchen
  • Entwicklung eigener und gemeinsamer Projekte, auch grenzüberschreitend
  • Gespräche mit politischen EntscheidungsträgerInnen, Erhöhung der politischen Wirksamkeit
  • Eingang der Thematik Frauen und Mädchen im ländlichen Raum in das Regionale Entwicklungskonzept
    Die Steuerung des Projektes obliegt einer Projektgruppe, der Unternehmerinnen, Bildungsträger, Projekte und Gleichstellungsbeauftragte aus den drei Landkreisen angehören.
    Es werden Projekte und Initiativen organisatorisch unterstützt, die Erwerbsmöglichkeiten für Frauen im ländlichen Raum schaffen wie z. Bsp. die Servicebörsen und ein Mentoringprogramm für Berufseinsteigerinnen.
    Ein landkreisübergreifender Arbeitskreis "Mädchen und junge Frauen" wurde gegründet. Ihm gehören Mädchenprojekte und -initiativen aber auch Unternehmen an, die in ihrer Arbeit sehr unterschiedliche Schwerpunkte setzen ( Berufsausbildung, Mädchenwohngruppen, selbstbestimmte Lebensplanung, Prävention, Berufsorientierung und Berufsvermittlung, Freizeitgestaltung). Einen Schwerpunkt seiner Arbeit hat der Arbeitskreis auf Angebote zur Berufsorientierung und Lebensplanung von Mädchen gelegt. Wichtig ist ihm aber auch die Vernetzung und Weiterbildung seiner Mitglieder.
    Initiativen zur Vernetzung gibt es auch in den Bereichen Unternehmerinnen und Frauen- und Mädchenprojekte.
    Im Ergebnis des Projektes " Frauen und Mädchen im ländlichen Raum" werden selbsttragende Netzwerke der Frauen entstehen. Diese Netzwerke sollen durch die "Vernetzungstelle für Frauen und Mädchenarbeit im ländlichen Raum" in Colmnitz gebündelt werden.
    Die Akteurinnen erarbeiten darüber hinaus Vorschläge und Konzepte, wie die Thematik in die Fortschreibung des REK Eingang finden kann und untersetzen diese mit Vorschlägen zu Schlüsselprojekten und Arbeitsschwerpunkten.